#2 - Thema: Die Zukunft des PC Gamings heißt Cloud Gaming!? - SpieleTalk Wort zum Sonntag

Doch zunächst einmal was ist mit Cloud Gaming gemeint?


Nun, hierbei spielt man Spiele nicht mehr auf seinem eigenen Computer. Sprich man lädt kein Spiel mehr runter bzw. legt keine Disk mehr in den eigenen PC ein, sondern verbindet sich über das Internet mit dem jeweiligen Dienst und bekommt ähnlich wie bei Netflix die Inhalte lediglich auf seinen Computer gestreamt und sieht dies letztendlich auf seinem angeschlossenen Bildschirm. Der Unterschied zu Netflix ist natürlich, dass die Technik komplexer ist, so reagiert der Cloud Service auf jegliche Eingabe, welche ihr an Maus/Tastatur bzw. Gamepad tätigt und setzt dies innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde im Spiel um.


Wofür in der Cloud zocken? Ich kann das doch auch so schon?!

Dies ist natürlich richtig, doch gerade im PC wird es meiner Meinung nach interessant - Cloud Gaming gibt es auch bereits auf Konsolen. Denn hier gibt es eine stetige Entwicklung, was den Hardware Hunger von Spielen betrifft. Im Gegensatz zu einer Konsole kann man hier nicht ein Mal alle 5-7 Jahre sich ein Gerät kaufen und hat dann über den gesamten Zyklus Ruhe, sondern es kommen jährlich Hardware Upgrades für den PC raus. Zudem ist die Hardware eines PCs deutlich teurer, als die einer Videospielkonsole. Und wer immer die maximalen Grafikeinstellungen auf den höchsten Auflösungen erleben möchte, der kommt einfach nicht drum rum, alle 2-3 Jahre eine neue Grafikkarte zu kaufen, welche gerade mit der neuen Nvidia GeForce Generation 20XX eine neue Preishürde durchschritten hat. So kostet das aktuelle Spitzenmodell die GeForce 2080 Ti über 1250€, je nach Ausführung der einzelnen Hersteller. Dazu kommen dann natürlich noch weitere Komponenten wie Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher etc., welche alle 5-10 Jahre gewechselt werden möchten (zum jetzigen Zeitpunkt auf die letzten Jahre gesehen).


Wenn man dies nun vergleicht mit z.B. dem Cloud-PC Dienst "Shadow" (https://shadow.tech/dede), dann wird es interessant. Denn diese bieten immer wieder Hardware auf Top-Niveau zu einem Monatlichen Preis ab 29,95 € im Monat. Wenn man dies nun einmal mit der GeForce 2080 Ti vergleicht und von einem Preis von 1250 € für die einzelne Grafikkarte ausgeht, so kann man den Shadow Dienst ganze 3 1/2 Jahre (aufgerundet) nutzen. Dabei ist zu beachten, dass in der Zeit die Technik der Shadow Hardware Upgrades bekommt, so dass man zu jeder Zeit sämtliche auf dem Markt befindliche Spiele in höchsten Einstellungen in 4K spielen kann. Zudem habt ihr deutlich geringere Stromkosten, da euer Endgerät natürlich nur das Bild gestreamt bekommt, jedoch selbst so gut wie nicht arbeiten muss.


Zudem kann Shadow auf sämtlichen Endgeräten genutzt werden, sprich ihr könnt es unterwegs auf eurem Smartphone, Tablet oder Laptop nutzen. Wenn ihr dann zu hause seid, könnt ihr euren PC (auch wenn darauf Linux läuft) oder MAC nutzen bzw. im Wohnzimmer am Smart-TV. Für jegliche Plattform gibt es bereits die passende App. Wobei für iOS die App aktuell noch in der Beta ist. Ihr seid also nicht mehr daran gebunden, ein starkes Gerät zu besitzen und an diesem zu zocken, Videoschnitt, Bildbearbeitung oder sonstiges zu betreiben, sondern könnt dies von überall aus.


Hört sich zu gut, um wahr zu sein?

Auch dies ist richtig, denn aktuell gibt es noch einige Nachteile. So werden (zumindest bei Shadow) zwar Maus, Tastatur und Gamepad problemlos erkannt. Dinge wie Lenkräder oder gar VR Headsets können zum jetzigen Zeitpunkt nicht genutzt werden. Zudem gibt es natürlich auch eine Latenz, sprich Verzögerung. Doch diese fällt nur im eSports Bereich auf, wenn man wirklich auf hohem Niveau zum Beispiel Counter Strike spielt, wo es dann auf jede Millisekunde ankommt. Wer jedoch sein The Witcher 3, Forza Motorsport, GTA 5 oder sonstige Spiele spielt, der soll laut Shadow und verschiedenen Erfahrungsberichten keinen Input Lag spüren, sprich es fühlt sich an, als würde man tatsächlich vor dem PC in der Cloud sitzen.


Außerdem ist die Internetverbindung natürlich sehr wichtig. Shadow selbst gibt Internetverbindung von mindestens 15 Mbit/s als Voraussetzung an. Wer jedoch mehr zur Verfügung hat, der kann die Bildqualität in Shadow höher einstellen und bekommt dementsprechend auch ein saubereres Bild zu Gesicht.


Für wen eignet sich solch ein Cloud Computer zum Zeitpunkt JETZT?

Ich persönlich würde sagen, dass jeder, welcher aktuell nur einen schwachen PC bzw. Notebook hat, wo gespielte Titel nicht mehr ruckelfrei bzw. nur in verringerten Grafikdetails flüssig laufen. Das diese sich den Shadow Dienst mal anschauen sollten, denn vielleicht ist es für diese genau das Richtige, ohne direkt hunderte Euro ausgeben zu müssen. Zudem empfehle ich einen Blick zu riskieren, wenn man gar keinen PC bzw. Notebook mit Windows besitzt, jedoch gern Games spielen möchte, welche eben nur unter Windows laufen.


Wer jedoch, wie ich, aktuell einen PC mit einem Prozessor der letzten 3 Generationen, sowie einer Grafikkarte der Generation Geforce GTX 10xx oder 20xx besitzt, der sollte weiterhin seinen PC nutzen. Denn darauf lassen sich in der Regel aktuelle Titel auf hohen bis maximalen Einstellungen flüssig spielen und es wäre eine Vergeudung, diese schon vorhandene Hardware nicht zu nutzen, solang sie noch super Ergebnisse erzielt. Einzig, wenn man einen tollen PC hat und trotzdem Cloud Gaming betreiben möchte, weil man z.B. viel außerhalb übernachten muss und nur ein schwaches Notebook hat, für den könnte Shadow wieder interessant sein. Wobei man hier natürlich auch einen eigenen Cloud Dienst auf dem heimischen PC laufen lassen kann und sich somit seinen eigenen Cloud PC erstellt. Stichwort: Parsec


Was halte ich von Cloud Computer?

Ich finde das Thema sehr interessant. Es tut sich auch sehr viel aktuell auf dem Markt. Denn neben Shadow gibt es noch weitere Dienste wie zum Beispiel Nvidia GeForce Now, Vortex und wie sie alle heißen. Aktuell habe ich jedoch einen sehr guten PC mit aktuellen Hardware Komponenten, weshalb sich die Investition in einen Cloud PC für mich noch nicht lohnt. Ich werde jedoch in 2-3 Jahren mir das Thema sicher wieder anschauen, denn dann wird meine 1080 Ti sicherlich nicht mehr sämtliche Spiele flüssig darstellen können, vielleicht werde ich dann sogar auf ein Notebook umschwenken, dort meine Monitore anschließen und dann über einen Cloud PC arbeiten. Doch bis dahin ist noch viel Zeit, in der sehr viel passieren kann. Was wird bis dahin mit VR? Wird man VR Headsets auch über Cloud PC betreiben können? Das sind alles Fragen, welche mich beschäftigen und welche zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner mir beantworten kann.


Doch was haltet ihr von solchen Diensten? Seid ihr dem offen oder sagt ihr, dass ihr lieber euren PC einmal zusammen baut und den dann zu hause stehen habt?